03. Jul. 2020
13:45 Uhr
bis
04. Jul 2020
18:00 Uhr

WEBINAR: Somatic Experiencing (SE)® - Einführungsworkshop

Somatic Experiencing (SE)® - Bewältigung von Schock- und Traumafolgen nach Peter Levine Ph.D

Somatic Experiencing (SE)® ist ein körperorientiertes Konzept zum tieferen Verständnis und zur Bewältigung der Folgen von Schock, Trauma und chronischem Stress. Es ist ein psycho-physiologischer Ansatz für den Umgang mit posttraumatischen Störungen und ist in bestehende Therapie- und Beratungskonzepte gut integrierbar. 

SE arbeitet an der Schnittstelle von Psychologie, Physiologie und Biologie und berücksichtigt auf einzigartige Weise die körperlichen Schutzmechanismen und instinktiven Reaktionen, die bei einschneidenden Lebenserfahrungen vom autonomen Nervensystem aktiviert werden.

SE geht davon aus, dass Traumafolgestörungen dann entstehen, wenn diese bei Gefahr aktivierten, gesunden, instinktiven Notfallprogramme wie Kampf, Flucht oder Erstarrung nicht wieder ganz zum Abschluss finden und das Nervensystem somit weiterhin auf die eigentlich schon vergangene Gefahr reagiert. Der Mensch ist sprichwörtlich mit dem Erlebten (noch) "nicht fertig geworden" und entwickelt in Folge körperliche und/oder psychische Symptome mit entsprechenden Verhaltens-, Denk- und Gefühlsmustern.

Symptome können sich, -eventuell auch erst Jahre später-, zeigen als Übererregbarkeit, Überaktivität, Ängste, Panikattacken, Jähzorn, Wutausbrüche, Schmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Depressionen, dissoziative Störungen, Burnout, Gefühle von Entfremdung, Bindungsstörungen oder auch funktionale Syndrome wie z.B. Migräne, Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom, chronische Schmerzen, uvm.

SE verarbeitet vor allem die Folgen, die ein Trauma im Nervensystem hinterlassen hat und braucht nicht primär Kenntnis über den Inhalt des belastenden Ereignisses. SE macht sich dazu das Körpergedächtnis zunutze, um blockierte autonome Selbstschutzprogramme und Reaktionen aufzuspüren, sie somatisch in Erfahrung zu bringen (felt sense) und ihnen dann nachträglich zu ihrem natürlichen Abschluss zu verhelfen (Techniken zur biologischen Komplettierung). Damit der Körper den Schrecken langsam loslassen kann, muss die im Organismus gebundene Überlebensenergie fein dosiert freigesetzt werden (titrierte Entladung). Durch dieses kleinschrittige, sanfte Vorgehen innerhalb der individuellen Toleranzgrenze (window of tolerance) wird die Traumaexposition schonend und ohne Retraumatisierung möglich. Die negative Erfahrung kann körperlich, mental und emotional integriert werden. Gesunde, natürliche Funktionen können wieder übernehmen und das Leben kommt aus der Starre zurück in den Fluss.

SE eignet sich auch zur Therapie von frühen Entwicklungs- und Bindungsthemen, weil biologische Entwicklungsschritte nachträglich gefördert werden können, indem die damals fehlenden Ressourcen körperlich erfahren, einverleibt und integriert werden. Auch für Dysregulationen aus frühen, vorsprachlichen Lebensphasen sind Lösungen möglich (SE touchwork), da SE das sensomotorische, implizite Körpergedächtnis nutzt (Der Körper kennt den Weg). Neuronale Verknüpfungen aus dieser frühen Zeit werden von neuen positiven Erfahrungen überschrieben. 

SE unterscheidet bei seinen Interventionen acht verschiedene Traumakategorien, abhängig vom Kontext des Erlebten. 

SE dient dem/der Therapeut/in über die Anwendung zur Traumaverarbeitung hinaus auch als Training der eigenen Resonanzfähigkeit, Achtsamkeit und Resilienz, was zu nachhaltigen therapeutischen Erfolgen beiträgt und ist für seine Anwender eine Möglichkeit zur Prophylaxe von Burnout oder stressbedingten Symptomen. 

Dieser 2-tägige Einführungsworkshop (Intro) bietet die ideale Möglichkeit, die Methode sowie die Trainerin kennenzulernen. Neben der Theorie erleben Sie SE auch durch kleine Selbsterfahrungsübungen und können nach dem Seminar erste Tools direkt in Ihrer Praxis einfließen lassen. Bei Interesse, tiefer in die Methode einzusteigen, gibt es die Möglichkeit an dem 3-jährigen SE-Training teilzunehmen. 

Inhalte des Einführungsworkshops:

  • Theorie der Therapie- und Beratungsarbeit mit Somatic Experiencing (SE)®
  • Trauma im Sinne von SE
  • Bedeutung und Funktion des autonomen Nervensystems
  • Demonstration der wesentlichen SE-Arbeitsprinzipien (in Live- und Video-Demonstrationen)
  • Praktische Übungen, um die SE-Wirkungsweise in ersten Schritten selbst zu erleben und anzuwenden

Zielgruppe:

Das Training richtet sich an Menschen, die mit akut oder chronisch Traumatisierten arbeiten und über mehrjährige Berufserfahrung verfügen. Insbesondere an ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, HeilpraktikerInnen, Lebens- und SozialberaterInnen, Sonder- und HeilpädagogInnen, Hebammen, PhysiotherapeutInnen, KörpertherapeutInnen, Krankenpflegekräfte, Rettungseinsatzkräfte

Weitere Infos & Anmeldung: www.neurotracking.de

Kosten: 260,00
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